Home Chronik Impressum Satzung Memhölz

24 Männer gründeten im Jahr 1906 die Zimmerstutzen-Gesellschaft Memhölz. Die Initiative dazu kam aus dem Pfarrhaus. Der damalige Pfarrer Mayer, der 29 Jahre in der Pfarrei Sankt Andreas wirkte, hatte zwar einen Burschenverein im Auge, war jedoch mit dabei, als sich bei der Gründungsversammlung eine Schützengesellschaft herausschälte.

Der Zweck der Gesellschaft bestand darin, sich wöchentlich einmal durch Scheibenschießen mit Zimmerstutzen zu unterhalten, wie aus den 14 Punkte umfassenden Statuten des Gründungsprotokolls ersichtlich ist. Die Gründungsversammlung fand am 15. November 1906 im Gasthaus „Ochsen" statt.

Die Gründungsmitglieder waren: Pfarrer Josef Mayer, Lehrer Josef Berchtold, Andreas Trunzer, Benedikt Burkhart, Johann Georg Zwerger, Franz Josef Vogler, Johann Bietsch, Josef Sprinkart, Roman Ohneberg, Josef Endras, Josef Burkhart, Johann Gast, Martin Filser, Johann Georg Hölzle, Johann Georg Rist, Karl Schratt, Martin Holdenried, Franz Keller, Martin Mayer, Josef Milz, Max Poschenrieder, Josef Speiser, Leo Bickel und Franz Teufele.

In die Vorstandschaft wurden gewählt: Andreas Trunzer als Schützenmeister, Johann Georg Zwerger als Schriftführer und Franz Josef Vogler als Kassier. Als weitere Schützenmeister fungierten: 1912-1920 der spätere Bürgermeister Martin Filser, bis 1930 Ottmar Luitz. bis 1936 Altbürgermeister Michael Schwander, bis 1951 Hans Vogler.

Im Jahr 1928 trat der Schützenverein dem neugegründeten Schützenverband Sonneck bei und führte an zwei Tagen im Juli 1929 die Ausrichtung des Verbandschiessens auf der Insel durch. Viele Schützen übernachteten in Memhölz und waren am zweiten Tag bei der Weihe der Verbandschützenkette und Überreichung an den ersten Verbandskönig Martin Renn sen. dabei.

Verbandsschiessen 1929
[Verbandsschiessen 1929 in Memhölz ]

Von 1931 bis 1936 war der spätere Bürgermeister Michael Schwander Schützenmeister, ab 1936 hatte Hans Vogler dieses Amt inne.

Nach Kriegsende rettete Schützenmeister Hans Vogler die Stutzen, so daß nach Aufhebung des Verbots der Schützenvereine durch die Militärregierung 1950 das Vereinsleben wieder aufgenommen werden konnte.

1951 wurde Kurt Schlosser zum Schützenmeister gewählt.

1954 trafen sich 9 Mitglieder zur Versammlung, keiner wollte für den zurückgetretenen Kurt Schlosser Schützenmeister werden, es wurde beschlossen, das Los entscheiden zu lassen. So kam Wilhelm Hieble zu diesem Ehrenamt, das er dann 17 Jahre inne haben sollte.

1955 Der Verein war knapp bei Kasse, des öfteren wurden Ehrengaben vom Gewinner wieder gestiftet und versteigert. So kamen z.B. für ein Hemd 42,20 DM und für eine Wurst 23,- DM in die Vereinskasse.

Dem 50-jährigen Gründungsjubiläum, ging ein achttägiges Sternschiessen voraus, an dem sich 100 Schützen aus dem Verband Sonneck und den umliegenden Vereinen beteiligten. Höhepunkt war die festliche Feier mit Weihe der neuen Schützenkette. Kurt Schlosser war mit einem Nullteiler Schützenkönig und ihm wurde als Erstem die Schützenkette umgehängt.

1958 Beim Volksfestschiessen in Sonthofen belegte Schützenmeister Wilhelm Hieble den ersten Platz

1960 Der Verein hatte mittlerweile 49 Mitglieder, davon 29 aktive und drei Ehrenmitglieder. Auf der Mitgliederversammlung wurde beschlossen einen Antrag über Verlängerung der Sperrstunde bis ein Uhr an die Gemeinde zu stellen.

1962 Wie im Protokoll zu lesen ist, wurde endlich der ersehnte Schützenausflug gemacht. Mit der Musikkapelle ging es im Bus über Balderschwang nach Hittisau. Die Stimmung beim Mittagessen in Balderschwang mit Standkonzert der Musik war schon so gut, daß keiner mehr weiter wollte. Aber bei schmissigen Weisen und feurigem Rotwein stieg auch in Hittisau das Barometer auf den Höhepunkt.

Am 27. Dezember 1964 starb nach 58-jähriger Vereinszugehörigkeit das Gründungs- und Ehrenmitglied Andreas Trunzer

1965 Erwin Neumann gewinnt als erster Memhölzer beim Verbandsschiessen in Nellenbruck die Festscheibe und ein Kleinkalibergewehr.

Wilhelm Hieble und Kurt Schlosser
[Schützenkettenweihe 1956 mit Wilhelm Hieble und Kurt Schlosser]

Nachdem es trotz gemeinsamem Beschluss nicht gelang zusammen mit dem Schützenverein Waldhäusle eine Fahne anzuschaffen, ging der Verein daran eine eigene Fahne zu kaufen. Unter besonderem Verdienst von Kassier Ferdl Kaufmann wurden insgesamt 4.809,- DM gesammelt, für die Fahne mit 3 Bändern mussten aber nur 3.324 DM bezahlt werden. Fähnrich wurde unser jetziges Ehrenmitglied Franz Sinz, die Patenschaft übernahm der Schützenverein Weitnau-Gerholz. Somit konnte am 31. Juli 1966 ein Höhepunkt im Vereinsleben stattfinden – die Fahnenweihe. Fünf Musikkapellen und 30 Schützenvereine kamen damals zum Kirchenzug ins Festzelt nach Memhölz. Bei diesem Fest wurde auch am Sonntag 1,50 DM Eintritt verlangt und sogar über eine Parkplatzgebühr wurde nachgedacht. Schon vor der Gründung des jetzigen Vereins gab es Schützen in Memhölz. Geistlicher Rat Nold erinnerte in seiner Festansprache an die Schützengilde Memhölz, die 160 Jahre zuvor das gesamte Barvermögen zur Erbauung der damaligen Schule hergab.

Nach anfänglichem Zögern richtete der Verein im selben Jahr nach 37 Jahre Pause zum zweiten Mal das Sonneck-Verbandsschiessen aus. Anton Hieble wurde als erster Memhölzer Verbandsschützen-König. Besondere Beachtung fand Leonhard Geist vom Schützenverein Waldhäusle, der an acht von neun Schiesstagen an den Stand ging.

Im Mai 1967 fand ein Kameradschaftstreffen mit Weitnau-Gerholz statt. 6 Memhölzer nahmen den Fußmarsch nach Weitnau auf sich und 4 liefen sogar wieder zurück.

Mit dem Spruch: „ Und wenn es keine Buben sind, so hängt nicht gleich den Grind, bei den Schützen ist es Brauch, man nimmt Schützenliesla auch“, gab der Verein die Hoffnung auf zahlreichen Schützennachwuchs an das Hochzeitspaar Rita Speiser und Walter Stachel weiter. Und wie man weiß, die Hoffnung hat sich erfüllt.

Zu einem Freundschaftsschiessen kamen 20 Schützen vom Waldhäusle nach Memhölz. Überrascht von der Anzahl, mussten 3 Memhölzer zu späterer Stunde aus dem Bett geholt werden. Diese waren aber wohl nicht ausgeschlafen genug, denn der Vergleich ging mit 5 Ringen verloren.

1969 gelang dann der erste Sieg im fünften Freundschaftsschiessen mit Waldhäusle,  Erstmals wurde bei der Vereinsmeisterschaft ein Jugendpokal ausgeschossen

1970 gab es eine Königshochzeit. Unsere Schützenkönig Josef Endras heiratete die Verbandsschützenkönigin Senzl Straub. Doch schon nach wenigen Tagen war der Josef nur noch Prinzgemahl, denn er wurde von Luise Büchele abgelöst, die als erste Frau Schützenkönigin des Vereins wurde.

1971 Nach dem Tod von Schützenmeister Wilhelm Hieble wird Karl Selinger zu dessen Nachfolger gewählt. Im selben Jahr wird der Karl auch dritter Verbandsschützenmeister.

1972 die Herren bekommen eine einheitliche Schützenkleidung.  Zur schwarzen Hose trägt man ein hellgrünes Hemd mit Vereinswappen, eine dunkelgrüne Krawatte mit Schützenemblem und eine dunkelgrüne Jacke.  

1974 Um keinen Führerschein zu gefährden wird zur 50-Jahr-Feier des Sonneckverbandes in Weitnau ein Bus gemietet.

1978 Gusti Endras bricht die Vorherrschaft der Männer und wird als erste und bisher einzige Frau Vereinsmeisterin.

1980 Bei der 100-Jahr–Feier der Musikkapelle Memhölz war man mit einem Festwagen dabei und vor allem die Damen gaben in ihrer neuen Tracht ein prachtvolles Bild ab.

1981 Das 75. Jubiläumsjahr war ein neuer Markstein in der Vereinsgeschichte. Es wurde ein Verbandsschiessen im Zelt durchgeführt bei dem 373 Schützen am Stand waren und im Anschluss daran wurde 3 Tage im Zelt gefeiert.   Franz Sinz übergab die Fahne nach 15 Jahren an Georg Wegscheider.

Zum Beginn der Wintersaison 1981/82 erfolgte der Umzug ins neuerbaute Pfarrhaus. Dort konnte ab sofort im Keller an 5 Ständen geschossen werden. Der Gasthof „Ochsen“ bleibt aber weiterhin Treffpunkt bei Versammlungen und Preisverteilungen.

1982 Zum ersten Mal nimmt eine Mannschaft an der Verbands-meisterschaft teil.

1983 bekommt der Verein eine Satzung und wird ins Vereinsregister eingetragen.

Da man sich im Pfarrheim nie heimisch fühlen konnte, wurden 1987 die Kellerräume der alten Schule zu unserer neuen Schützenheimat umgebaut. Zum zweiten Mal innerhalb 6 Jahre musste viel Arbeit investiert werden, aber es hat sich gelohnt, denn es war keine Vertreibung aus dem Paradies sondern ein Umzug in das Paradies, was auch eine stetig wachsende Schiessbeteiligung zur Folge hatte. Da man fortan über 7 Stände verfügen konnte, wurde beschlossen die Meisterschaft auf 20er Serien durchzuführen.

1989 die Damen erhalten eine neue Schützentracht.

1991 Zum 85-jährigen Bestehen wurde wieder in einem Zelt das Verbandsschiessen ausgerichtet mit anschließendem dreitägigem Festprogramm. Da er schon das dritte Verbandsschiessen durchführte, erhielt Karl Selinger von Sonneck-Schützenmeister Georg Bischof das Verbands-Ehrenzeichen. 

1992 war der Beginn regelmäßiger Teilnahmen am Schützenumzug in Obergünzburg. Der Aufstieg in die erste Gruppe des Sonneck-Verbandsrunden-Wettkampfs konnte gefeiert werden. Die Gesänge „nie mehr zweite Liga“ verstummten trotz Rekordergebnissen im darauffolgenden Jahr schnell und die Truppe wurde zur Fahrstuhlmannschaft. Aber motiviert durch den Erfolg nahm man von da an auch am Gaurundenwettkampf teil.

1994 Zur Erleichterung der Auswertung wurde ein Ringlesegerätes angeschafft.

1996 90-Jahr-Feier mit Kameradschaftsabend in der Schulturnhalle. Die langjährigen Vorstandsmitglieder Arnold Bannert, Ferdinand Kaufmann und Franz Sinz werden zu Ehrenmitgliedern ernannt. 3. Gauschützenmeister Artur Nothelfer meinte, daß es ihm angesichts der vielen Jungen nicht bange um die Zukunft des Vereines sei.

1998 der Verein übernimmt zum 6. Mal die Ausrichtung des Verbandsschiessens, erstmals wird die aber nicht in Memhölz durchgeführt, sondern im Schwarzerder Schützenheim. Ende der Ära Karl Selinger. Er führte den Verein 27 Jahre, 4 Verbandsschiessen fanden während seiner Amtszeit statt, drei Festzelte organisierte er mit und er stellte den Verein wirtschaftlich auf gesunde Beine. Neuer Schützenmeister wird Joachim Bannert

1999 Auf einem Kameradschaftsabend wird Karl Selinger zum Ehrenschützenmeister ernannt, der ehemalige zweite SM Walter Stachel zum Ehrenmitglied. Herbert Bannert wird als zweiter Memhölzer Verbandsschützen-König. Zum ersten Mal wird auch mit der Pistole um Ringe gekämpft. Der Schwarzerder Schützenverein kommt zum Patenbitten nach Memhölz. Nach trefflichem Vortrag des Partnerschaftsvertrages durch die Junker Wolfgang und Werner Stachel und anschließender Unterzeichnung stand der Patenschaft nichts mehr im Wege. In anschließender geselliger Runde wurde die Freundschaft zwischen den zwei Vereinen weiter vertieft.

2000 Erstmalige Teilnahme am Bildscheibenschiessen in Wertach. Obwohl der überwiegende Teil zum ersten Mal ein Kleinkalibergewehr in der Hand hatte, war die Begeisterung riesig, was im zweiten Platz in der Meistbeteiligung zum Ausdruck kam. In den folgenden Jahren wurde jeweils sogar der erste Platz in der Meistbeteiligung erreicht, was jedes Jahr ein geselliges Beisammensein mit Spanferkelessen zur Folge hatte.

Bei der Weihe der Schwarzerder Fahne war man mit großer Freude als Pate dabei. Dass man im Rundenwettkampf trotz sportlicher Rivalität auch Freunde gewinnen kann, zeigt die Tatsache, dass wir als einziger nichtanliegender Verein mit einer Abordnung zur Einweihung des Haldenwanger Schützenheimes eingeladen waren.

2003 Karl und Irmgard Seliger nehmen ihren Abschied als Wirtsleute im Schützenheim. Beim Verbandsschiessen in Schwarzerd wurde der Meistbeteiligungspreis mit der Memhölzer Rekordzahl von 51 Schützen erreicht. Beim Klausenschiessen wurde mit 103 Teilnehmern die Schallmauer durchbrochen.

2004 Freundschaftsschiessen mit Waldhäusle zugunsten „Kartei der Not“. Wieder einmal wird ein lang ersehnter Ausflug gemacht, es geht ins Schützenmuseum nach Illerbeuren und zum Ritteressen

2005 zum Bezirksmusikfest anlässlich der 125-Jahr-Feier der Memhölzer Musikkapelle macht der Verein einen Festwagen. Rekordbeteiligung beim Winterschiessen, 80 Schützen waren am Stand, durchschnittliche Beteiligung von 50 Schützen pro Abend

2006 Neben den Vorbereitungen zur 100-Jahr-Feier wird auch der Aufenthaltsraumes im Schützenheim renoviert. Und gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Feierlichkeiten bekommen die Damen eine neue Schützentracht.

Sportlich hervorheben muss man in all den Jahren vor allem Karl Selinger, der 12 Mal Vereinsmeister war und 3 mal Schützenkönig, übertroffen noch von Joachim Bannert, der in den letzten 20 Jahren 19 Meisterschaften feierte, 4 mal Schützenkönig wurde und alle acht bisherigen Pistolentitel erringen konnte. Luise Rast wurde bereits 13 mal Damenmeisterin. Das Kunststück in vier Jahren drei mal Schützenkönig zu werden schaffte August Mayr, Gusti Endras gelang das gleiche innerhalb von sechs Jahren.
Weitere dreifache Könige waren: Senzl Endras, Josef Endras und Elfriede Lerbscher.

13 mal wurde schon eine Dame Schützenkönigin und auch im Jubiläumsjahr werden wir mit Conny Kling von weiblicher Hand regiert. Die Vorstandschaft besteht derzeit aus 1. SM Joachim Bannert, 2. SM Reinhard Stachel, Kassier Luise Rast, Schriftführer Herbert Bannert sowie den Beisitzern Regina Vogler, Anton Hieble, Karl-Heinz Selinger und Georg Wegscheider. Die Jugendausbildung macht Markus Binser.

Der Schützenverein ist in zunehmendem Maße zu einer Familiengemeinschaft geworden. Vater und Mutter, Söhne und Töchter wetteifern um hohe Ringzahlen und gute Blattschüsse, pflegen Geselligkeit und tragen zur Dorfgemeinschaft bei. 

Gegenwärtig hat der Verein 129 Mitglieder, darunter 80 aktive Schützen. 20 Damen sind seit Jahren mit Erfolg dabei und ein laufender Zugang von Jungschützen garantiert den Fortbestand.

„Im Auge klar, im Herzen wahr“, so steht es auf unserer Schützenfahne, und getreu diesem Motto wird der Schützenverein Memhölz in seine Zukunft gehen.

[Statuten von 1906]

[Andreas Trunzer 1906-1912] [Martin Filser 1912-1920] [Ottmar Luitz 1920-1930] [Michael Schwander 1930-1936] [Hans Vogler 1936-1951] [Kurt Schlosser 1951-1954] [Wilhelm Hieble 1954-1971] [Karl Selinger 1971-1998]
[Vorstände des SV Memhölz]